Vom Töten und von der Versöhnung

MATTHÄUS 5, 21 – 26

21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.

22 Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.

23 Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,

24 so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

25 Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen.

26 Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.



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Veröffentlicht21. April 2012 von Claus in Kategorie "Die Bergpredigt

6 COMMENTS :

  1. By Claus (Beitrag Autor) on

    Was meint Jesus, wenn er sagt: »(wer sagt) Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.«
    Das im Originaltext verwendete Schimpfwort »Dummkopf« war wohl das in der damaligen Zeit am häufigsten verwendete Schimpfwort. Du gottloser Narr hingegen kam sogar einer Verfluchung gleich. Jesus will uns klar machen, dass der Weg vom bösen Gedanken (»zürnen«) über das allgemeine Schimpfwort (»Dummkopf«) hin zur Verfluchung (»gottloser Narr«) nur Stufen auf dem Weg zum tatsächlichen Mord sind. Es gilt den Zorn auf den Mitmenschen bereits im Keim zu ersticken und noch nicht einmal den bösen Gedanken zuzulassen. Wer Zorn spürt oder sogar dem Bruder etwas angetan hat, und sei es nur mit Worten, solle sich mit diesem versöhnen um das eigene Seelenheil zu retten.

  2. By Tilmann on

    Bitte welche Übersetzung wurde denn hier genutzt??
    Die Quelle ist sicher nicht die Lutherbibel und auf keinen Fall der Originaltext, hier wird eine unseriöse Übersetzung genutzt….Schade!

  3. By Claus (Beitrag Autor) on

    @Tilmann: es handelt sich um den Text aus der „Einheitsübersetzung“, die für katholische Kirche in Deutschland die gleiche Bedeutung hat wie die Lutherbibel für die EKD. Die Einheitsübersetzung dürfte damit genauso seriös oder unseriös sein wie die Lutherbibel, die etwa zur gleichen Zeit eine Revision erfahren hat.

  4. By Claus on

    „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.“

    Im Originaltext und in einigen anderen Übersetzungen ist nicht von „töten“ die Rede sondern von „morden“, was meiner Meinung nach, auch durchaus Sinn macht. Unter „Morden“ versteht man ungerechtfertigtes Töten, d.h. es muss eine „böse Absicht“ gegeben sein, was Jesus ja auch noch verdeutlicht, wenn er schon „böse Gedanken“ als verwerflich bezeichnet. Meiner Meinung nach nicht gemeint ist aber das Töten z.B. in Notwehr und zur Abwendung von Gefahr, auch für das Töten im Kriegsfall oder für die Todesstrafe verwenden die Schreiber der alttestamentlichen Texte andere Begriffe. Übrigens gehört auch das Schlachten von Tieren nicht zur Grundbedeutung des im Ursprungtextes verwendeten Wortes.

  5. By Claus (Beitrag Autor) on

    Übersetzung laut der Lutherbibel:

    21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist (2.Mose 20,13; 21,12): »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein.
    22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.
    23 Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,
    24 so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe.
    25 Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest.
    26 Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.

  6. By Claus (Beitrag Autor) on

    Neue Genfer Übersetzung:

    »Ihr wisst, dass zu den Vorfahren gesagt worden ist: ›Du sollst keinen Mord begehen! Wer einen Mord begeht, soll vor Gericht gestellt werden.‹
    22 Ich aber sage euch: Jeder, der auf seinen Bruder zornig ist, gehört vor Gericht. Wer zu seinem Bruder sagt: ›Du Dummkopf‹, der gehört vor den Hohen Rat. Und wer zu ihm sagt: ›Du Idiot‹, der gehört ins Feuer der Hölle.
    23 Wenn du also deine Gabe zum Altar bringst und dir dort einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,
    24 dann lass deine Gabe dort vor dem Altar; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder! Danach komm und bring ´Gott` deine Gabe dar.
    25 Wenn du jemand eine Schuld zu bezahlen hast, dann einige dich mit ihm, solange du noch mit ihm auf dem Weg ´zum Gericht` bist. Tu es schnell, sonst übergibt er dich dem Richter, und dieser übergibt dich dem Gerichtsdiener, und du wirst ins Gefängnis geworfen.
    26 Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bevor du alles bis auf den letzten Heller bezahlt hast.«

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