Von der Ehescheidung

MATTHÄUS 5, 31 – 32

31 Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.

32 Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.

2 thoughts on “Von der Ehescheidung

  1. Claus sagt:

    Wenn man sich den Vers 32 so ansieht stelle ich mir die Frage, wie man die katholische Kirche dafür verurteilen kann, dass sie die Widerverheiratung ablehnt. Die Aussage Jesu ist zu 100% klar: wer eine vormals aus der Ehe entlassene Frau heiratet begeht Ehebruch. Und auch wenn Jesus den umgekehrten Fall nicht extra erwähnt: das gilt natürlich auch für für die Heirat vormals geschiedener Männer. Wie kann man als Christ von der Kirche ernsthaft verlangen, dass sie das Wort Jesu ignoriert?

  2. Peter sagt:

    Hallo Klaus,

    also es ist meiner Meinung enorm schwierig solche Texte ohne grosses Hintergrundwissen zu interpretieren.
    Einen Einblick wie komplex der Kontext zu dieser Bergpredigt-Stelle ist, zeigt diese Fundstelle:
    http://www.advent-verlag.de/cms/cms/upload/adventecho/materialien/Scheidung-Wiederheirat%20_wel.pdf

    Ansich ist Scheidung auch auf katholisch möglich und legal (Heinrich der 8. konnte sich einmal von seiner ersten Frau scheiden lassen mit Erlaubnis des Papstes –> fehlender Kinderwunsch ist ein Scheidungsgrund).

    Meiner Meinung geht es Jesus hier um die Anprangerung der stark unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellung der Ehepartner und deren leichtfertige Ausnutzung durch den Mann und die gravierenden ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen für die Frau. Hier verlangt er hohe moralische Maßstäbe bei solch einer Entscheidung.

    Ich bin der Meinung, er hat sich nicht gegen die Scheidung/Wiederverheiratung an sich ausgesprochen, sondern nur gegen einen Missbrauch dieser Einrichtung (letztendlich äußert er sich hier zu einem juristischen Sachverhalt, der in Ermangelung eines säkularen Gesetzgebers, durch religiöse Schriftauslegung geregelt wird).

    Ich vermute mal, daß sich Jesus heute (2000 Jahre später –> die Frau ist nicht mehr „Anhängsel“ an ihrem Mann und kann nun in der Gesellschaft frei agieren) aufgrund der veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse, anders äussern würde.
    Er bleibt aber mit Sicherheit bei seinem hohen moralischen Anspruch!

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