Von der Liebe zu den Feinden

MATTHÄUS 5, 43 – 48

43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.

44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,

45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

46 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?

47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?

48 Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

MATTHÄUS 6, 1 – 4

1 Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.

2 Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

3 Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.

4 Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

3 thoughts on “Von der Liebe zu den Feinden

  1. Claus sagt:

    Jesus spricht: liebet eure Feinde! Jesus spricht nicht: werdet wie eure Feinde, ordnet euch unter, nehmt ihre Meinung und gegebenenfalls ihre Götter an! Man soll seine Feinde nicht hassen, denn man kennt oft die Beweggründe ihres Hasses nicht. Möglicherweise sind sie in ihrem Hass nur fehlgeleitet. Liebet Eure Feinde kann auch bedeuten: fügt ihnen nicht mehr Schaden zu als nötig wenn ihr euch mit Gewalt verteidigen müsst. Tötet nicht aus Hass sondern aus Liebe zu denen, die ihr verteidigt. Schont, falls es zum Kampf kommt, Verletzte und Gefangene!
    Liebe Deine Feinde heißt aber ganz sicher nicht: lasst Euch überrennen, lasst euch vertreiben, lasst euch abschlachten oder verbrüdert euch mit euren Feinden! Jesus ist auch nicht geflüchtet oder hat den leichten Weg gewählt! Jesus hat standgehalten und mit seinem Leben dafür bezahlt!

  2. Templarii sagt:

    Liebe deine Feinde kann auch bedeuten dass man sich nicht im wahnsinnigen Hass verlieren sollte – was dann passiert sieht man in unserer Geschichte.

    Man kann einen Feind durchaus lieben und ihn dennoch bekämpfen, besiegen und töten. Bei den Samurais in Japan kann man diese Art der Ehrerbietung noch erkennen. Sie dankten dem besiegten Feind und behandelten auch den Leichnam mit Respekt.

    Dass man die Feinde umarmen, küssen oder sex mit ihnen haben sollte – ist wohl eine Intepretation von leichtgläubigen Frauen.

    Templarii

  3. Claus sagt:

    (Mt 10,34-35): Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. „

    Jesus bringt das Schwert um Menschen zu entzweien? Das passt doch überhaupt nicht zur Lehre Jesu? Nun, vielleicht sollte man die Situation damals betrachten. Jesus brachte eine neue Lehre, die revolutionär war. Hatten sogar seine Jünger des öfteren schon ihre Schwierigkeiten, die Ideen von Jesus zu verstehen, so erntete Jesus bei den allermeisten Zuhörern bestensfalls Unverständnis und schlimmstenfalls offene Ablehnung. Man kann sich gut vorstellen, was nun passierte, wenn ein einzelnes Familien- oder Gemeindemitglied einer streng jüdischen Familie oder Gemeinde begann, der Lehre Christi zu folgen: das gab Ärger!

    Man stelle sich HEUTE die Situation vor, wenn in einer (gläubigen) Familie ein Familienmitglied einen anderen Glauben annimmt und konsequent leben will. Sei es der Sohn der christlichen Familie, der den muslimischen Glauben annimmt und nach Afganistan reist oder die Tochter aus muslimischen Haus, die zum Christentum konvertiert.

    Jesus weiß, dass die Anhänger seiner Lehre verfolgt werden, damals wie heute. Diese Bedrohung durch das Schwert ist es, die in Mt 10,34-35 gemeint ist.

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